Gott spricht:
Suche Frieden und jage ihm nach!

Psalm 34,15


„Frieden ist, wenn Kindern zum Wort ‚Krieg‘ nichts mehr einfällt.“ Das ist eine schlüssige Beschreibung, was wir gemeinhin unter Frieden verstehen – das Wort ‚Krieg‘ hat keine Bedeutung mehr, man kann sich nichts mehr darunter vorstellen. Ein Traum, weit entfernt von der Wirklichkeit. Man ist fast versucht, den Satz umzudrehen: „Es gibt so viel Krieg, da fällt Kindern zum Wort ‚Frieden‘ nichts mehr ein.“
Dabei ist Frieden etwas erstrebenswertes: Niemand braucht mehr Gewalt anzuwenden, um sein eigenes Leben zu sichern oder zu verteidigen. Niemand braucht mehr Waffen einzusetzen, damit sein Besitzstand unangetastet bleibt. Niemand braucht mehr zu drohen, um Grenzen zu schützen. Niemand muss mehr auf Härte setzen, um seinen Platz in der Gesellschaft oder in der Welt zu behaupten.
Deswegen lädt uns die Jahreslosung ein: „Suche Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 34, 15) Frieden ist demnach kein Ziel, das mit einem Sieg über andere erreichbar wäre, mit einem Vertragsschluss am grünen Tisch besiegelt werden könnte. Untätiges Warten bringt uns dem Frieden nicht näher. Gewalttätiges Handeln dient nicht dem Frieden. Frieden ist eine Aufgabe, eine Bewegung, ein Weg, den alle Menschen suchen und gehen sollten – und wir tun gut daran, uns dabei mit langem Atem zu wappnen. Der erste Schritt bringt uns noch nicht ans Ziel, aber verkürzt die Entfernung!
Machen wir uns also in diesem neuen Jahr auf den Weg. Suchen wir Frieden – im Kleinen, wie im Großen. Erinnern wir uns in der Nachbarschaft gegenseitig daran, dass Jesus ganz ohne Gewalt ausgekommen ist. Erinnern wir die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, in Handel und Wissenschaft daran, dass Gott die Welt für ein friedliches, gerechtes Miteinander geschaffen hat. Und ermutigen wir uns gegenseitig, unterwegs zu bleiben: „Suche Frieden und jage ihm nach!“

Ein friedliches, gesegnetes und erfülltes neues Jahr wünscht Ihnen
Ihr Pfarrer Christoph Bayer