Männervesper


Winfried Moser

Referent: Günther Bergan

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Sozialfürsorge im 19. Jahrhundert
Referent: Herr Günther Bergan

Donnerstag, 04. Mai 2017
Gaststätte VfB Heim, Asperger Strasse

18.30 Uhr Vesper, 19.30 Uhr Vortrag

Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts war eine Zeit des Umbruchs. Die napoleonischen Kriege hatten die Bevölkerung ausgeblutet, die Industrialisierung begann und kostete traditionelle Arbeitsplätze. Naturkatastrophen und Missernten, wie 1816, dem „Jahr ohne Sommer“, aber auch Krankheiten oder Tod des Ernährers führten meist in tiefste Armut, Bettel und Verwahrlosung. Kranken- und Sozialversicherungen gab es nicht!

Königin Katharina wollte die Not der „unteren Schichten“ lindern und gründete Wohltätigkeitsvereine, die Hilfe zur Selbsthilfe anboten.
Auf privater Basis wurden in Ludwigsburg ein Rettungshaus für arme Kinder, eine Kleinkinder-Schule, ein Krankenhaus und die Kinderheilanstalt ins Leben gerufen. Vereine für die Fürsorge entlassener Strafgefangener, für wandernde Handwerksgesellen und ein Armen-Unterstützungsverein wurden gegründet. Ähnliches geschah in anderen Städten.

Ohne die gleichzeitige Unterstützung vieler ehrenamtlicher Bürger und sozialer Vereine wäre der gute Wille zum Scheitern verurteilt gewesen. Erst die von Bismarck eingeführte Sozialversicherungspflichten verbesserte die Situation entscheidend.

Zum Referenten:
Nach dem Studium an der TH Stuttgart war Herr Bergan als Entwicklungsingenieur bei Bosch tätig. Nach dem vorgezogenen „Ruhestand“ unternahm er einen Richtungswechsel zum ehrenamtlichen Mitarbeiter im Stadtarchiv Ludwigsburg. Er ist Verfasser zahlreicher stadthistorischer Beiträge in den Ludwigsburger Geschichtsblättern sowie in der LKZ – Beilage „Hie gut Württemberg“.
Herr Bergan wohnt in Ludwigsburg, ist verheiratet und Vater zweier erwachsener Töchter.
zum Bericht von Arno Sauer